Foto: Claudio Hiller
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Pressestimmen:

Ein fulminantes Solo. (...) Elke Schwab hat hervorragend inszeniert, indem sie aus dem Komödianten Martin Zauner den Charakterdarsteller, der er immer schon war, den er aber nicht immer herzeigt, hervorgetrieben hat. So verwandelt sich Zauner vom räsonierenden Kirchenmann auf unheimliche Weise zum monumental Verzweifelten, derart, dass er am Schluss kaum mehr erkennbar ist.
(Die Presse)

Zauner ist ein großer Charakterdarsteller. Schon wenn man diesem Firlinger begegnet, der so heiter tut, spürt man genau die Spannungen, die in diesem Menschen wohnen.

Und in der ungemein feinfühlig-klugen Regie von Elke Schwab wird dieser Mesner „abgeschält“ wie eine Zwiebel, Schicht um Schicht der Lügen abgetragen, nachdem die geschönte Version des Beginns nicht lange standgehalten hat. Und die Erkenntnis, dass es im Schoß der Mutter Kirche gar nicht so beglückend und befriedigend war, wie es gerne verkündet wird, sollte vielen zu denken geben – nicht nur den Besuchern von „Firlinger“, die Zauner bei der Premiere den verdienten Triumph bereiteten.
(Der neue Merker)

Martin Zauner ist die Idealbesetzung für diesen am Leben gescheiterten Gottesmann. In der einfühlsamen Regie von Elke Schwab porträtiert der Schauspieler die tragikomische Figur präzise, prägnant, pointiert. Ohne ins Sentimentale oder Kitschige zu kippen, offenbart Zauner die kleinen Sorgen und tiefen Abgründe Firlingers, der eingangs von sich behauptet: „Wenn ich nicht in den Himmel komme, wer dann?“
(Wiener Zeitung)

   

"Silberbauers Monolog wechselt in der präzisen Regie Elke Schwabs rasch die Tonlage: Eben noch selbstironisch die Prüfungen des Herrn rekapitulierend, stellt Firlinger bald darauf sein gottesfürchtiges Leben infrage."

(Der Standard)

 

"Josefstadt: "Firlinger". In einer alle möglichen Nuancen auskostenden Inszenierung von Elke Schwab und in einer stimmigen Ausstattung von Lothar Hüttling verkörpert Josefstadt-Star Martin Zauner diese hochinteressante und gleichzeitig zwiespältige Figur ganz hervorragend."

(Neue Freie Zeitung)

 
Zauner spielt das unfassbar eindringlich, setzt mit Bravour bitterböse Pointen, ringt in dieser ewigen Vorhölle mit sich und seinem Nicht-Mehr-Sein. Da stimmt jede Gestik, da lässt sich anhand von Zauners Mimik jede Befindlichkeit ablesen. Ein furioses, abgründiges Solo des Schauspielers, das unter die Haut geht. Sehr stark.
(Kurier)

Foto: Claudio Hiller
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Ein katholisches Bardo ...

Martin Zauner in Norbert Silberbauers "Firlinger" in der Regie von Elke Schwab auf der Probebühne der Josefstadt. Ein Monolog übers Totsein.

VON BERTRAM KARL STEINER  (KTZ Kärntner Tageszeitung)

WIEN.
Die Tibetaner nennen den Zustand "Bardo": Ein verstorbener Mensch sieht sich seiner fleischlichen Hülle beraubt und kennt sich in den meisten Fällen nicht mehr aus. Es geschieht ihm, nach einem der hintergründigsten aller Worte Jesu, "wie du geglaubt hast". Der Mesner Franz Firlinger in dem szenischen Monolog "Firlinger" des 2008 verstorbenen Autors Norbert Silberbauer ist formell Hardcore-katholisch, und natürlich geschieht ihm post mortem, wie er geglaubt hat. Bereits die Art, wie er ums irdische Leben kommt, ist auf seinesgleichen perfekt zugeschnitten: Er wird in seiner Kirche von einer steinernen Engelsfigur erschlagen. Jetzt sitzt er da, in einem Warteraum unter fünf zeigerlosen Uhren, und wartet voller Selbstgefälligkeit darauf, dass der liebe Gott seinen tugend- und glaubenssüchtigen Mesner von einer Engelsschar abholen lässt. Aber da rührt sich nichts.
 

Standing Ovations
Die junge Kärntner Regisseurin Elke Schwab nimmt diese katholische Version des Bardo, diesen brillant zwischen Sarkasmus und Mystik changierenden Text ernst, indem sie ihn mit angebrachter Coolness und Ironie inszeniert. Und sie hat in Martin Zauner einen atemberaubenden Firlinger zur Verfügung, 

Standing Ovations für Martin Zauner und Elke Schwab, die ihn zu seinem Trapezakt zwischen Frömmigkeit und Lästerung veranlasst hat. Fazit: ein Abend für a) Hardcore-Katholiken, b) für Skeptiker und c) für nachdenkliche Leute, welche sich in der Fastenzeit mit den Letzten Dingen befassen wollen. Ein Bravourstück.