"Die Beichte" von Felix Mitterer

 

theater // an der rott in Eggenfelden (D)

  

Premiere: 5. April 2013

 

www.theater-an-der-rott.de

 

   

Es ist uns gelungen,

 das Stück erstmals in einer Kirche, der Spitalkirche in Pfarrkirchen zu zeigen.

 

"Die Beichte" erzählt die schmerzvolle Geschichte des Waisenkindes Martin der jahrelang von Priestern und Erziehern eines Heimes mit grausamsten Methoden körperlich gezüchtigt und missbraucht wurde. Jahrzehnte später begibt sich Martin in die Kirche zu Pater Eberhard, seinem einstigen "Schutzengel" und Peiniger, der ihm die Beichte abnimmt. Denn das einstige Opfer ist selbst zum Täter geworden.

 

 

Vorbericht der "Passauer Neuen Presse":

PNP_Vorbericht_03_04_13.pdf
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Erste Publikumsreaktionen via facebook, Pressestimmen und Kritiken

 

 

* "DIE BEICHTE muss man gesehen haben!"

 

* "Die Inszenierung und die Leistung der Schauspieler war in jeder Hinsicht faszinierend und wurde zu Recht mit Minuten langen standings ovations aller Zuschauer belohnt!"

 

* "Großes Kompliment! .. Mal lief mir die Gänsehaut und mal konnte ich es nicht verhindern, dass eine einsame Träne floss! Da war ich aber nicht die einzige!!!

Sehr sehr berührend und sehenswert!"

 

* "Nach der Premiere von "Die Beichte" langes Schweigen, zögerlich einsetzender Applaus und dann STANDING OVATIONS von allen!!!! Manchmal lohnt es sich, nichts zu verschweigen!!!! Respekt auch vor dem Eggenfeldener Pfarrer Dirscherl, der mit 7 Pfarrgemeinderatsmitgliedern in der Premiere war. Diese Inszenierung und die Leistung der Schauspieler wird wohl auch sie berührt haben...."

 

* "Das Stück DIE BEICHTE geht einem bis ins Mark. Es erschüttert und macht betroffen. Die schauspielerische Leistung von allen drei Darstellern war hervorragend"

 

"Unbedingt anschauen. Wer nur irgend kann, sollte dies Stück Lebenstheater ansehen.

Die Inszenierung ist äußerst gelungen, sehr ergreifend, die drei Schauspieler intensiv und sehr beeindruckend. Mitterer bildet unsere Welt ab, er spiegelt, was in den Familien, in den Horten, Kinderheimen und Erziehungsanstalten, in den Internaten, in Klöstern und Odenwaldschule passieren konnte und passiert ist. Es ist keine Anklage an die katholische Kirche und ihre "Aufarbeitungsfähigkeiten", es ist ein Bild darüber, was mit einem Menschen geschieht, der als vertrauendes Kind misshandelt wird, seelisch oder körperlich. Das Stück ist eine Aufforderung an uns alle, den Kinder das Recht zu vermitteln, "Nein" zu sagen. Nein zu sagen, zu Autoritäten. Auch wir bereits Erwachsenen können es immer noch lernen: Nein sagen. Oder, wie Kant es formuliert hat: den Mut zu haben, sich des eigenen Verstandes zu bedienen."

 

 

Alle Fotos: Rupert Rieger

Kritik der "Passauer Neuen Presse" vom 8. April 2013

"Manchmal muss Theater wehtun – so weh, dass einem Tränen der Wut in die Augen schießen, dass jeder Atemzug schmerzt und das Herz sich windet. In Felix Mitterers Schauspiel "Die Beichte", das am Freitagabend in der Spitalkirche in Pfarrkirchen Premiere hatte, geht es um Kindesmissbrauch. Ein solches Thema darf nicht nur, es muss zwingend wehtun, es muss verstören und es muss aufwühlen. Wie dies nun in Pfarrkirchen gelingt ohne je plakativ und eindimensional zu werden, ist schlicht großartig und dem kongenialen Zusammenspiel aus Stück, Regie (Elke Maria Schwab), Dramaturgie und dem Schauspielertrio zu verdanken.

Schmucklos, kantig und mit starken Gesten begleitet wird der prägnante Text in Szene gesetzt, gehetzt und haltlos ist die Atmosphäre.

Der fünfzigjährige Martin (Armin Stockerer) kommt zu seiner letzten Beichte, danach will er seinen Sohn mit in den Tod nehmen. An ihm, Sebastian (beeindruckend: Jonas Dietrich), hat er sich jahrelang vergangen. Martin beichtet bei keinem Unbekanntem: Sein Beichtvater ist der achtzigjährige Pater Eberhard (Eugen Victor), Martins ehemaliger Peiniger, Schutzpatron und Elternersatz.

Der Kirchenraum erweist sich dabei als genialer Coup für die Kulisse des Psychodramas. Völlig ohne Requisiten begegnen sich Opfer und Täter im schlichten Altarraum. Dort werden große, schmerzende Fragen für die Kirche aufgeworfen. Am Freitagabend wurden sie gehört und ihre Brisanz gewürdigt. Mit atemloser Stille nach dem Schluss. Und mit Standing Ovations für ein Theater mit Mut."

 

Die vollständige Kritik von Dorothea Walchshäusl finden Sie hier:

 

PNP_Kritik.pdf
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Kritik vom "Wochenblatt" am 10. April 2013

 

 

„Die Beichte”

Eine ergreifende und heiß diskutierte Inszenierung

 

Einen Generalangriff unternimmt weder das Stück, auch wenn kritische Aussagen, wie „Die Kirche ist Gott sei Dank verschwiegen“ nicht fehlen.

Die Inszenierung von Regisseurin Elke Maria Schwab geht sensibel mit dem Thema um, es sind die Charaktere (hervorragend gespielt von Armin Stockerer, Eugen Victor und Jonas Dietrich), die das Ganze so bewegend machen.

Die Sprache ist dezent, die Täter sind zugleich Opfer.

Ein Stück, das man unbedingt gesehn haben muss. 

  

Sehr angetan von der Inszenierung zeigte sich Autor Felix Mitterer.  

 

Die vollständige Kritik von Holger Becker finden Sie hier: 

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Kritik vom bayrischen Onlinemagazin "da Hog'n" am 9. April 2013

 

“Die Beichte” – der Stachel sitzt fest im Fleisch der Gemütlichkeit

 

Eggenfelden. Fräulein Weiler liebt Theater. Nicht, weil sie sich schön unterhalten fühlen möchte, sondern weil sie die Abwechslung liebt. Weil das Leben ein bisschen wie Theater ist – und das Theater ein bisschen wie das Leben und sich die Emotionen und Themen ständig überschlagen. Nach dem Schauspiel “Die Beichte” fuhr Fräulein Weiler mit einem schwarzen Klumpen aus Wut und Traurigkeit im Bauch nach Hause. Missbrauch war das Thema, die katholische Kirche bildete den Rahmen – und die Schatten tanzten an den Wänden.

“Stachel ins Fleisch der Gemütlichkeit, damit die Zeit nicht stehen bleibt” – so steht es an der Fensterfront des Theaters an der Rott. Oft habe ich mir den Spruch schon angeschaut. Heute habe ich ihn gefühlt

Missbrauch. Martin muss zur Beichte, er will zur Beichte. Zwar hat er den Glauben verloren, aber er muss noch einmal schmerzhaft hineinschlüpfen in die Sphäre, die seinen Lebensweg zu dem gemacht hat, was er ist: Eine holprige Sackgasse voller Schlaglöcher und Spurrillen. Bei niemand anderen als Pater Eberhard will er seine Beichte ablegen. Martin wurde als Waisenkind von dem Mann missbraucht, der für ihn nach dem Tod seiner Eltern Zuflucht und Hoffnung war. Elterliche Liebe hat er gesucht. Missbrauch hat er erfahren, an Körper und Seele und Geist. Sexuellen Missbrauch, dazu willkürliche Gewalt und gleichzeitig eine scheinbare Zuneigung. Von Pater Eberhard. Die Zeitsprünge. Martin als Erwachsener, dann als Kind. Stimmen aus dem Off. Rückblenden. Dieser tief sitzende Schmerz. Die Wunde, die die Zeit nicht heilt.. Und irgendwann: Das Licht geht aus. Pause. Zitternde Gefühlspause. Applaus. Ganz schnell – Standing Ovations.

 

Ein Stück Realität ist es, was ich an diesem Abend so unmittelbar gesehen habe.

Armin Stockerer, der den erwachsenen Martin gelebt hat. Mit rotem Kopf und Zornestränen in den Augen, auf den Knien vor seinem Peiniger, dann ihn am Kragen packend und schüttelnd, schreiend, erzählend und völlig verzweifelt ob all seiner Ausweglosigkeit. Eugen Victor, der die Zuschauer an der Kirchentür begrüßte und rein optisch irritierend glaubhaft eine Pfarrerfigur abgab. Der als Pater Eberhard mit kleinen Augen und hängenden Backen, mit eindrücklicher Stimmgewalt den Peiniger spielte. Den Peiniger und den Menschen, den Menschen und den Selbstgerechten. Und nicht zuletzt Jonas Dietrich als Kind Martin und Sohn Sebastian, der Elfjährige, der in seiner echten ersten Rolle auf ganzer Ebene überzeugte. Mit seinem blondem Schopf, der hellen, klaren Stimme und seiner starken Mimik.

Regisseurin Elke Maria Schwab hat Felix Mitterers Stück ganz klar inszeniert. Keine Ablenkung, das Wort ist das Wesentliche. Die Worte … sie sind direkt, verheimlichen nichts und gehen dennoch nicht so sehr ins Detail. Es genügt. Der Zuschauer weiß. Und die Gratwanderung ist zwar schmal, aber sie gelingt. Und das Theater an der Rott hat es wieder mal geschafft. Hat großartiges Schauspiel gezeigt und dem  Zuschauer ein wichtiges Thema ganz dicht vor die Nase gehalten

Ihr Fräulein Weiler 

 

Den vollständigen Bericht von Frau Weiler finden Sie hier.

 

Alle Fotos: Rupert Rieger
Alle Fotos: Rupert Rieger